{"id":2736,"date":"2026-09-26T20:33:16","date_gmt":"2026-09-26T18:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saschaback.de\/blog_neu\/?p=2736"},"modified":"2026-09-26T20:42:24","modified_gmt":"2026-09-26T18:42:24","slug":"rifle-rampage-norwegische-meisterschaften-ipsc-rifle-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saschaback.de\/blog_neu\/2026\/09\/26\/rifle-rampage-norwegische-meisterschaften-ipsc-rifle-2026\/","title":{"rendered":"Rifle Rampage &#8211; Norwegische Meisterschaften IPSC Rifle 2026"},"content":{"rendered":"<p>Ende Juli 2026 fand zum ersten Mal die \u201eRifle Rampage\u201c \u2013 gleichzeitig die offizielle Norwegische Meisterschaft (Level III) im dynamischen Langwaffenschie\u00dfen, statt. Ausgerichtet in einer engen Kooperation vom Agdenes Pistolklubb und dem Hemne Pistolklubb, auf dem Gel\u00e4nde des Stamnesdalen Motorsportsenter nahe Kyrks\u00e6ter\u00f8ra in der Region Tr\u00f8ndelag, ca. Zwei Autostunden s\u00fcdwestlich von Trondheim.<\/p>\n<p>Skandinavische IPSC-Rifle-Matches genie\u00dfen in der Szene seit jeher einen legend\u00e4ren Ruf. Und das aus gutem Grund: Die Dichte an Weltklasse-Sch\u00fctzen aus Finnland, Schweden und Norwegen ist extrem hoch und Wettk\u00e4mpfe finden h\u00e4ufig noch Mitten in der Natur und nicht wie bei uns in Deutschland, auf dezidierten Schie\u00dfst\u00e4nden statt. Die dort h\u00e4ufig vorzufindenden Gel\u00e4ndebedingungen stellen Anforderungen an Mensch und Material, die man auf sonst auf Standard-Schie\u00dfst\u00e4nden schlichtweg nicht abbilden kann.<\/p>\n<p>Bereits im Vorfeld war klar, dass dieses Match ein besonderes werden w\u00fcrde. Waren doch viele der ehemaligen Organisatoren der legend\u00e4ren \u201eThe River Meeting\u201c Matchserie an der Organisation dieses Wettkampfs erneut beteiligt. Diese Matchserie fand bis Corona mehrfach in der N\u00e4he dieses neuen Gebietes statt und zeichnete sich durch wundersch\u00f6ne Parcoursaufbauten mitten in der Natur aus. In fr\u00fcheren Matches wurde sogar quer \u00fcber einen Fjord hinweg geschossen! Die hohen Erwartungen wurden nicht entt\u00e4uscht \u2013 setzten die Norweger doch auch dieses Mal konsequent auf echtes \u201eTerrain Shooting\u201c im freien Gel\u00e4nde.<br \/>\nDas brachte ein unnachahmliches Naturflair mit sich, stellte die Wettkampforganisation um Match Director Lars Selven und Range Master Lars B. Sand aber vor logistische und sicherheitstechnische Herausforderungen. Da im offenen Gel\u00e4nde geschossen wurde, wo nat\u00fcrliche Schutzw\u00e4lle oft fehlten oder einfach durch Gel\u00e4ndekuppen ersetzt wurden, galten f\u00fcr fast alle der 12 Parcours streng definierte seitliche Sicherheitswinkel. Diese waren oftmals weit unter den gewohnten seitlichen 90 Grad, wurden aber immer deutlich sichtbar durch rot-wei\u00dfe Fahnen definiert und kommuniziert. Ein unbedachter Schwenk beim Positions- oder Magazinwechsel oder beim \u00dcberwinden von Hindernissen h\u00e4tte hier unweigerlich die Disqualifikation (DQ) bedeutet.<\/p>\n<p>Die 12 Stages verlangten das gesamte Spektrum des modernen IPSC-B\u00fcchsenschie\u00dfens ab. Von Ultraschnellen 10-Schuss-Short Course Speedys mit bewegten Zielen, bei denen jede 100tel Sekunde f\u00fcr den Hitfaktor entscheidend war, \u00fcber einen klassischen running-and-gunning Long Course bis hin zu Weit-Distanz Medium Courses mit liegendem oder aufgelegtem Anschlag war alles geboten und gefordert. Auf den Mittel- und Weit-Distanz Stages zeigte sich wieder, dass eine der wichtigsten Grundfertigkeiten des IPSC B\u00fcchse Schie\u00dfens, der sichere, schnelle, stehend freih\u00e4ndige Schuss auf 50-100m ist. Egal ob eine Stahlplatte auf 80m oder drei IPSC Scheiben auf 90m zu beschie\u00dfen war \u2013 wollte man nicht unn\u00f6tig viel Zeit durch das Einnehmen von unkonventionellen Anschlagsarten, wie sitzend auf dem Knie aufgest\u00fctzt, kniend mit langem Zweibein oder gar liegend mit Zweibeinanschlag, verlieren, musste man solche Ziele sicher stehend freih\u00e4ndig schie\u00dfen. Etwas, das man nicht oft genug auf dem heimischen Stand \u00fcben kann!<\/p>\n<p>Auf den Weit-Distanz-Stages dominierte die skandinavische Schule: IPSC Full Size Targets und Stahlziele (runde 30cm Plates) auf allen m\u00f6glichen Entfernungen zwischen 80 und 300 Metern, teils auch kombiniert mit bewegten Zielen im Nahbereich, ausgel\u00f6st durch Step Plates, frei im Gel\u00e4nde angeordnet. Auf allen Stages konnte die Startposition und der individuelle Ablauf der Stage frei gew\u00e4hlt werden, was die richtige Wahl des Stage-Ablaufs nat\u00fcrlich nicht einfacher machte und teilweise f\u00fcr intensive Diskussionen in der Squad sorgte!<\/p>\n<p>Eine logistische Besonderheit betraf das Scoring auf den Weit-Distanz Stages im freien Gel\u00e4nde: Auf den Stages 9\/10\/11 rund um den 300m Naturschie\u00dfstand und den Stages 4 und 5 auf der Motocrossbahn waren mehrere IPSC Scheiben gleichzeitig Bestandteil mehrerer Stages \u2013 so teilten sich die mittlere Stage 10 auf dem Naturschie\u00dfstand die 160m Targets mit der 300m-Stage 11 rechts daneben und die 80m Scheiben auf der linken Seite der Stage, waren gleichzeitig 90m Scheiben der Stage 9, links davon befindlich. Um den Fluss des Matches nicht zu bremsen und lange Wege im zerkl\u00fcfteten Gel\u00e4nde f\u00fcr Auswertung und Resetting zu vermeiden, wurden hier die bereits von der IPSC Rifle WM in Finnland bekannten elektronischen Kongsberg Targets eingesetzt. Diese elektronischen Trefferanzeigesysteme sehen aus wie wei\u00dfe IPSC Targets auf einem rechteckigen, schwarzen Hintergrund und registrieren die Treffer \u00fcber eine hochpr\u00e4zise akustische Messung und \u00fcbertragen die Ergebnisse unmittelbar per Funk an den Monitor des Range Officers. Das hat in der Match-Praxis gewaltige Vorteile:<\/p>\n<p>\u2022 Keine Auswertungsverz\u00f6gerungen: Das zeitaufwendige Anlaufen der Ziele \u00fcber hunderte Meter entf\u00e4llt komplett.<br \/>\n\u2022 Null Wiederaufbauzeiten: Es m\u00fcssen keine L\u00f6cher abgeklebt werden; die Trefferaufnahme erfolgt in Echtzeit auf dem Touchscreen.<br \/>\n\u2022 Optimierter Matchfluss: Aufwendige Weit-Distanz-Stages lassen sich mit maximaler Durchlaufgeschwindigkeit und ohne lange Wartezeiten betreiben.<\/p>\n<p>Es schoss hier also immer Stand 9 links zuerst, die Treffer auf den geteilten IPSC Zielen rechts wurden elektronisch gescort und vom Sch\u00fctzen abgenommen, dann zur\u00fcckgesetzt und schon konnte Stage 10 in der Mitte geschossen werden (die beiden 70m-Stahlplatten links auf der Stage 9 waren, wie alle anderen auf dem Match verwendeten Stahlziele auch, selbst wiederaufstellend). Auf Stage 10 erfolgte dann wieder das gleiche Prozedere mit den elektronischen Zielen und schon konnte die Stage 11 rechts davon begonnen werden. So ging es auf diesen St\u00e4nden reihum und Sch\u00fctze um Sch\u00fctze der jeweiligen Squads konnte seinen Durchgang absolvieren. Diese besondere Scoring-Methode sorgte f\u00fcr einen z\u00fcgigen und fl\u00fcssigen Matchablauf ohne gro\u00dfe Wartezeiten auf den geteilten St\u00e4nden! Selbst als einmal eines der Ziele auf 100m bei meiner Stage 5 auf der Motocross Bahn keine Treffer anzeigte, weil vom Sch\u00fctzen davor wohl ein Signalkabel zur Antenne abgeschossen wurde, musste die (ansonsten hervorragend gelaufene) Stage nicht wiederholt werden (\u201eReshoot\u201c), sondern die Treffer blieben in der Elektronik der Scheibe selbst gespeichert und wurden umgehend nach Erneuerung des Kabels wieder an den Auswertemonitor \u00fcbermittelt! Beneidenswerte M\u00f6glichkeiten!<\/p>\n<p>Es kann eigentlich keine der Stages als die sch\u00f6nste oder herausforderndste Stage herausgestellt werden \u2013 jede der 12 Stages hatte ihren besonderen Reiz \u2013 sei es durch die jeweilige Naturkulisse oder den besonderen Aufbau. Die Stages im Einzelnen in einer kurzen Beschreibung:<\/p>\n<p>Stage 1 \u201eSandtaket\u201c \u2013 die Sandgrube \u2013 ein 32 Schuss Long Course, befand sich auf einer kurzen, ca. 60m breiten Sandgrube auf einer Waldlichtung mit Berghang als Kugelfang dahinter. Entsprechend dem Namen, bestand der Boden aus sehr tiefem Sand. Hier galt es, zuerst von rechts oder links startend, jeweils 2 Minitargets auf 50m Distanz im 80 Grad Winkel in sp\u00e4terer Laufrichtung durch ein tiefes Fenster zu beschie\u00dfen und dann durch den tiefen Sand laufend 12 weitere IPSC Ziele im Galopp quer zur Laufrichtung im Vorbeilaufen zu schie\u00dfen. F\u00fcr deutsche Sch\u00fctzen absolut ungewohnt und dementsprechend schwierig. Wo Norweger \u2013 wie international \u00fcblich &#8211; aus vollem Lauf schnellste Doubletten und Tripletten (oder mehr) abfeuerten, musste ich viel \u201eGas herausnehmen\u201c, um die Ziele aus dem laufen sicher zu treffen.<\/p>\n<p>Stage 2 \u2013 \u201eSkogsveien\u201c \u2013 der Waldweg \u2013 befand sich etwas h\u00f6her im Gel\u00e4nde, seitlich zur Stra\u00dfe am Hang. Man musste zuerst ca. 150m auf tiefem Boden den Hang hinaufsteigen um dann dort einen noch steileren Waldweg vorzufinden, auf dem man auf dem sehr nassen und tiefen Waldboden ca. 20m steil den Berg hinauflaufen musste &#8211; dabei wurde zuerst eine Scheibe durch ein Fenster in ca. 40m Entfernung oben auf dem Hang und dann 4 weitere Scheiben auf k\u00fcrzester Distanz rechts und links vom Weg seitlich zwischen den B\u00e4umen im Wald beschossen. Auch hier wieder schnellstes running-and-gunning, k\u00f6rperlich zudem sehr herausfordernd!<\/p>\n<p>Stage 3 \u2013 Krossbahnen 1 &#8211; eine kleine 10 Schuss Stage in Option 3 (ungeladene Waffe beim Start) bei der 5 Minitargets auf ca. 50m-60m quer im Motocross-Bahn-Gel\u00e4nde verteilt durch zwei \u00d6ffnungen (tief und sehr tief) beschossen werden mussten.<\/p>\n<p>Stage 4 \u2013 Krossbahnen 2 \u2013 hier waren 14 IPSC Targets zu beschie\u00dfen \u2013 zwei davon waren schnelle Pendelscheiben, einmal ganz rechts und einmal ganz links auf der Stage, ausgel\u00f6st durch Trittplatten. Vier Kongsberg Scheiben auf ca. 150m waren von einer Paletten Plattform mittig links, drei weitere Kongsberg Ziele auf ca. 90m von der gleichen Plattform mittig rechts zu beschie\u00dfen. Die restlichen Ziele standen auf kurzer Distanz jeweils bei den beweglichen Scheiben rechts und links. Hier waren zum einen die seitlichen Sicherheitswinkel besonders eng (wegen der beiden anderen Stages auf der Motocross Bahn in unmittelbarer N\u00e4he) und zum anderen musste man sorgf\u00e4ltig den Ablauf \u00fcber die bewegten Ziele, deren Ausl\u00f6ser und die Paletten Plattform w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Stage 5 \u2013 Krossbahnen 3 \u2013 ein Medium Course bestehend aus zwei Kongsberg Targets auf ca. 200m \u2013 zu beschie\u00dfend von einem \u201eRoof-Top\u201c- Dachaufbau, drei 30cm Plates auf ca. 160m und vier weiteren Kongsberg IPSC Targets auf ca. 100m, die seitlich vom Dach von einer Paletten Plattform zu beschie\u00dfen waren. Auch hier wieder, ein f\u00fcr deutsche Sch\u00fctzen durch das Waffengesetz und seinen Einschr\u00e4nkungen bedingt, absolut ungewohntes Hindernis. Wie schie\u00dft man am besten von diesem stilisierten Dach aus, den Berghang hinauf? Welches Magazin w\u00e4hlt man \u2013 ein Drei\u00dfiger? Mag vielleicht zu lang sein und am Dach aufstehen und damit den Schuss-Winkel nach oben begrenzen? Wo stellt man das Zweibein auf und wie lange zieht man es aus? Und und und\u2026. Am Ende bew\u00e4hrte sich die gew\u00e4hlte L\u00f6sung mit k\u00fcrzerem Zwanziger Magazin mit 4-Schuss Extension (als Sicherheits-Reserve) und dem lang ausgezogenen Zweibein auf der vorderen Rail, das auf dem abfallenden, kurzen vorderen Teil des Daches aufgesetzt wurde. Das Magazin bot gerade genug Raum und setze nicht auf und die Ellbogen konnten im liegenden Anschlag noch Dachkontakt halten, um so eine stabile Schussposition f\u00fcr die 200m Papier und 160m Stahlziele zu bieten.<\/p>\n<p>Stage 6 \u2013 Steinbruddet 1 \u2013 ein Short Course in einem kleinen Steinbruch. Start war sitzend an einem echten Lagerfeuer, ein St\u00fcck Feuerholz in der Hand. Die Waffe lag ungeladen in einem kleinen Zweibein-Kreuz, das zu verwendende Magazin auf dem Rucksack daneben. Echte Lagerfeuer-Idylle in der norwegischen Natur! Nach dem Signal waren dann 5 Scheiben in ca. 18-20m Entfernung zu beschie\u00dfen (hier fand sich dann auch die einzige No-Shoot-Scheibe des gesamten Wettkampfes!)<\/p>\n<p>Stage 7 \u2013 Steinbrudet 2 \u2013 ein weiterer Speedshot Short Course. Stehend auf einer Palette wurde durch eine Trittplatte eine schnelle up-and-down Scheibe in der Mitte von vier weiteren IPSC Scheiben ausgel\u00f6st. Die \u00dcberlegung war, wann die Platte ausgel\u00f6st und wann dann die up-and-down Scheibe beschossen wurde. Ich entschied mich f\u00fcr die sichere Variante von sofort ausl\u00f6sen und up-and-down schie\u00dfen, dann rechts und danach dann die linken Scheiben. 3. Platz auf der Stage, 4,32 Sekunden und lediglich ein C. Der Gewinner der Stage dagegen l\u00f6ste aus, schoss von links nach rechts in einem Fluss zuerst noch die rechten beiden Scheiben, dann die bewegte Scheibe in der Abw\u00e4rtsbewegung und zum Schluss die beiden stehenden Scheiben links. Volles Risiko, belohnt mit nur 3.18 Sekunden und 3 C\u2026Hitfaktor 13,8(!) und somit am Ende 20% Vorsprung auf Platz 2. und 3. \u2013 Dass diese risikoreiche L\u00f6sung bei anderen Sch\u00fctzen aber nicht immer aufging, versteht sich von selbst. Der Viertplatzierte auf dieser \u00dcbung schoss auch den risikoreichen Weg und war eine volle Sekunde schneller als ich. Spektakul\u00e4r anzusehen, aber daf\u00fcr viele C- und D-Treffer und dementsprechend weniger Punkte, resultierend in einem etwas schlechterem Hitfaktor (11,1 zu 10,8). Wie immer, galt auch hier, die eigenen M\u00f6glichkeiten realistisch einzusch\u00e4tzen und Punkte zu sammeln!<\/p>\n<p>Stage 8 \u2013 Steinbrudet 3 \u2013 eine reine Stahl-Stage \u2013 10 Stahlplatten waren im Steinbruch auf Distanzen von 70-100m verteilt. Die jeweils ganz rechte und die ganz linke Platte mussten dabei jeweils aus der entgegengesetzten Ecke kross entweder stehend oder vom langen Zweibein aus kniend beschossen werden (liegen waren sie durch das unebene Terrain und den Bewuchs nicht zu sehen), der Rest konnte entweder von einer Auflage aus aufgelegt oder im liegenden Anschlag aus einer Position beschossen werden. Ich musste als erster Sch\u00fctze der Squad starten und w\u00e4hlte hier die sichere Variante in Form vom langen Zweibein und den knienden Anschlag von zwei Positionen aus. Eine zu langsame Variante, wie sich sp\u00e4ter zeigte. Die Platten rechts und links stehend frei, jeweils aus der anderen Ecke und den Rest liegend aus einer mittleren Position, war die deutlich schnellere Option.<\/p>\n<p>Stage 9 \u2013 Skytebahnen Felt \u2013 Schiessbahn freies Feld \u2013 Schiessposition war eine Palette, Ziele 3 Kongsberg Ziele auf 90m, zwei Plates auf ca. 60m etwa 40 Grad links davon. Unmittelbar links daneben der Pfosten mit der Markierung f\u00fcr den Sicherheitswinkel. Die Frage war hier stehend frei, vom langen Zweibein oder sitzend auf dem Knie angeschlagen zu schie\u00dfen. Nach dem verpatzten Versuch mit dem langen Zweibein auf der Stage davor, entschied ich mich dieses Mal f\u00fcr stehend Frei \u2013 die beste Wahl, wie sich zeigte. Lagen doch ca. drei Sekunden zwischen den schnellsten vom Zweibein (ca. 11 Sekunden) und den stehend frei schie\u00dfenden (schnellster 8,09 Sekunden).<\/p>\n<p>Stage 10 \u2013 Skytebahnen 100m \u2013 aus einer T\u00fcr des H\u00e4uschens der 100m Bahn mussten die drei Kongsberg Ziele links und zwei Kongsberg Ziele auf der 300m Bahn rechts in ca. 160m Distanz beschossen werden, Start war stehend, Geschossen wurde fast ausnahmslos liegend vom Zweibein. Herausforderung war der weite Schwenk im Liegen zwischen den Zielen weit links und den 160m Targets leicht rechts von der \u00d6ffnung.<\/p>\n<p>Stage 11 \u2013 Skytebahnen 300m \u2013 von zwei Positionen aus (eine schmale Schie\u00dfscharte in ca. 60cm H\u00f6he und eine T\u00fcr der 300m Bahn) mussten die zwei mit Stand 10 geteilten Kongsberg Targets und f\u00fcnf Standard-IPSC Papierziele und drei Stahlplatten auf 290m \u2013 300m Entfernung beschossen werden. Hier konnte man Gl\u00fcck und Pech mit dem Wind und dem Wetter haben. Teilweise b\u00f6ige Winde und ab und zu ein Regenschauer sorgten hier f\u00fcr ungleiche Verh\u00e4ltnisse \u2013 eben echtes IPSC Outdoor Shooting.<\/p>\n<p>Stage 12 \u2013 Sammfunnshuset \u2013 sicherlich eine der optisch spektakul\u00e4rsten Stages \u2013 Ein bewaldeter, steiler Berghang, davor typische norwegische, nasse und tiefe alpine Tundra. Auf dem Berghang verteilt 9 Steel Plates und eine IPSC Scheibe, zu beschie\u00dfend von einer Art Hochsitz \/ Plattform aus Paletten gebaut. Eine der Platten (ca. 80m Entfernung) und die IPSC Scheibe (ca. 10m Entfernung) mussten stehend freih\u00e4ndig beschossen werden, der Rest konnte liegend von der Plattform beschossen werden. Beim Schie\u00dfen auf die Scheibe vor der Plattform schossen Wasser-Schlammfont\u00e4nen mehrere Meter hoch in den Himmel! Spektakul\u00e4r!<\/p>\n<p>Betrachtet man die Ergebnisse der Rifle Rampage 2026, offenbart sich das aus internationalen Rifle Matches gewohnte Bild: Die vorderen Pl\u00e4tze in Semi Auto Open (SAO) und Semi Auto Standard (SAS) wurden weitgehend von Sch\u00fctzen aus Norwegen und Finnland dominiert. Umso erfreulicher war es aber, dass sich mit Tim Schuhmacher in SAS und dem Autor in SAO zwei Sch\u00fctzen aus Deutschland auf die vorderen Pl\u00e4tze schie\u00dfen konnte. Tim schaffte gegen starke Konkurrenz einen hervorragenden zweiten Platz Overall und der Autor wurde 7. Overall und Sieger in der Seniors Category. Hervorzuheben ist aber die absolute Dominanz, mit der Eirik Johannes Larsen aus Norwegen das Match in SAO gewann \u2013 20% Vorsprung sind eine Welt f\u00fcr sich. Ich hatte das Vergn\u00fcgen, das Match mit Eirik und den Sch\u00fctzen des \u201eHK-Team Norway\u201c in einer Squad zu schie\u00dfen \u2013 Es war eine Freude, Eirik auf den 12 Stages zuzuschauen \u2013 Pr\u00e4zise, schnell, \u00fcberlegt und immer mit der richtigen Taktik \u201eon point\u201c.<br \/>\nDiese Dominanz ist kein Zufall, sondern das Resultat hervorragender Trainingsm\u00f6glichkeiten auf heimischen Freiluft-Gro\u00dfkaliberst\u00e4nden. W\u00e4hrend der deutsche IPSC-Rifle-Sch\u00fctze durch gesetzliche Restriktionen (wie die Magazinbegrenzung auf 10 Patronen und das Verbot des Schie\u00dfens aus der Bewegung) stark darauf konditioniert ist, strikt nach dem Muster \u201eLaufen \u2013 Stoppen \u2013 Zielen \u2013 Schie\u00dfen\u201c m\u00f6glichst ohne Extraschuss zu agieren, sieht man die skandinavischen Topsch\u00fctzen nahe Ziele regelrecht im dynamischen Vorbeilaufen in voller Geschwindigkeit mit schnellen Schussfolgen belegen. Das spart Zeit und erfordert eine enorme Waffenbeherrschung.<br \/>\nInsgesamt muss man festhalten, dass der ganze Matchablauf erfreulich entspannt verlief. Nichts konnte die Organisatoren und Helfer aus der Ruhe bringen. Das Match war top organisiert und in den Mittagspausen gab es viele verschiedene warme und kalte Gerichte im Clubhaus auf der Motocross Bahn. Auch sehr erfreulich war die gro\u00dfe Zahl an Sch\u00fctzen, die zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag in diesem Clubhaus blieben \u2013 nicht selbstverst\u00e4ndlich bei teilweise langen Reisewegen. Vielleicht auch dem umfangreichen Gabentisch f\u00fcr die Erstplatzierten und dem Hauptpreis bei der anschlie\u00dfenden Verlosung zuzuschreiben, trotzdem aber erfreulich und erw\u00e4hnenswert. Das Matchformat in Form eines zwei-Tage Matches, bei dem alle Sch\u00fctzen samstags 8 und Sonntag vormittags 4 Stages schossen, trug sicher auch dazu bei.<\/p>\n<p>Die Rifle Rampage 2026 war ein herausragendes IPSC-Event und die aufw\u00e4ndige Anreise absolut wert. Den Organisatoren aus Agdenes und Hemne ist es gelungen, trotz oder gerade wegen des anspruchsvollen Gel\u00e4ndes ein reibungsloses, extrem anspruchsvolles und vor allem sicheres Level-III-Match auf die Beine zu stellen!<\/p>\n<p>Videos vom Match findet Ihr auf meinem Instagram Profil! \u00dcber ein Follow w\u00fcrde ich mich sehr freuen!<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Juli 2026 fand zum ersten Mal die \u201eRifle Rampage\u201c \u2013 gleichzeitig die offizielle Norwegische Meisterschaft (Level III) im dynamischen Langwaffenschie\u00dfen, statt. 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