Ende Juli 2026 fand zum ersten Mal die „Rifle Rampage“ – gleichzeitig die offizielle Norwegische Meisterschaft (Level III) im dynamischen Langwaffenschießen, statt. Ausgerichtet in einer engen Kooperation vom Agdenes Pistolklubb und dem Hemne Pistolklubb, auf dem Gelände des Stamnesdalen Motorsportsenter nahe Kyrksæterøra in der Region Trøndelag, ca. Zwei Autostunden südwestlich von Trondheim.
Skandinavische IPSC-Rifle-Matches genießen in der Szene seit jeher einen legendären Ruf. Und das aus gutem Grund: Die Dichte an Weltklasse-Schützen aus Finnland, Schweden und Norwegen ist extrem hoch und Wettkämpfe finden häufig noch Mitten in der Natur und nicht wie bei uns in Deutschland, auf dezidierten Schießständen statt. Die dort häufig vorzufindenden Geländebedingungen stellen Anforderungen an Mensch und Material, die man auf sonst auf Standard-Schießständen schlichtweg nicht abbilden kann.
Bereits im Vorfeld war klar, dass dieses Match ein besonderes werden würde. Waren doch viele der ehemaligen Organisatoren der legendären „The River Meeting“ Matchserie an der Organisation dieses Wettkampfs erneut beteiligt. Diese Matchserie fand bis Corona mehrfach in der Nähe dieses neuen Gebietes statt und zeichnete sich durch wunderschöne Parcoursaufbauten mitten in der Natur aus. In früheren Matches wurde sogar quer über einen Fjord hinweg geschossen! Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht – setzten die Norweger doch auch dieses Mal konsequent auf echtes „Terrain Shooting“ im freien Gelände.
Das brachte ein unnachahmliches Naturflair mit sich, stellte die Wettkampforganisation um Match Director Lars Selven und Range Master Lars B. Sand aber vor logistische und sicherheitstechnische Herausforderungen. Da im offenen Gelände geschossen wurde, wo natürliche Schutzwälle oft fehlten oder einfach durch Geländekuppen ersetzt wurden, galten für fast alle der 12 Parcours streng definierte seitliche Sicherheitswinkel. Diese waren oftmals weit unter den gewohnten seitlichen 90 Grad, wurden aber immer deutlich sichtbar durch rot-weiße Fahnen definiert und kommuniziert. Ein unbedachter Schwenk beim Positions- oder Magazinwechsel oder beim Überwinden von Hindernissen hätte hier unweigerlich die Disqualifikation (DQ) bedeutet.
Die 12 Stages verlangten das gesamte Spektrum des modernen IPSC-Büchsenschießens ab. Von Ultraschnellen 10-Schuss-Short Course Speedys mit bewegten Zielen, bei denen jede 100tel Sekunde für den Hitfaktor entscheidend war, über einen klassischen running-and-gunning Long Course bis hin zu Weit-Distanz Medium Courses mit liegendem oder aufgelegtem Anschlag war alles geboten und gefordert. Auf den Mittel- und Weit-Distanz Stages zeigte sich wieder, dass eine der wichtigsten Grundfertigkeiten des IPSC Büchse Schießens, der sichere, schnelle, stehend freihändige Schuss auf 50-100m ist. Egal ob eine Stahlplatte auf 80m oder drei IPSC Scheiben auf 90m zu beschießen war – wollte man nicht unnötig viel Zeit durch das Einnehmen von unkonventionellen Anschlagsarten, wie sitzend auf dem Knie aufgestützt, kniend mit langem Zweibein oder gar liegend mit Zweibeinanschlag, verlieren, musste man solche Ziele sicher stehend freihändig schießen. Etwas, das man nicht oft genug auf dem heimischen Stand üben kann!
Auf den Weit-Distanz-Stages dominierte die skandinavische Schule: IPSC Full Size Targets und Stahlziele (runde 30cm Plates) auf allen möglichen Entfernungen zwischen 80 und 300 Metern, teils auch kombiniert mit bewegten Zielen im Nahbereich, ausgelöst durch Step Plates, frei im Gelände angeordnet. Auf allen Stages konnte die Startposition und der individuelle Ablauf der Stage frei gewählt werden, was die richtige Wahl des Stage-Ablaufs natürlich nicht einfacher machte und teilweise für intensive Diskussionen in der Squad sorgte!
Eine logistische Besonderheit betraf das Scoring auf den Weit-Distanz Stages im freien Gelände: Auf den Stages 9/10/11 rund um den 300m Naturschießstand und den Stages 4 und 5 auf der Motocrossbahn waren mehrere IPSC Scheiben gleichzeitig Bestandteil mehrerer Stages – so teilten sich die mittlere Stage 10 auf dem Naturschießstand die 160m Targets mit der 300m-Stage 11 rechts daneben und die 80m Scheiben auf der linken Seite der Stage, waren gleichzeitig 90m Scheiben der Stage 9, links davon befindlich. Um den Fluss des Matches nicht zu bremsen und lange Wege im zerklüfteten Gelände für Auswertung und Resetting zu vermeiden, wurden hier die bereits von der IPSC Rifle WM in Finnland bekannten elektronischen Kongsberg Targets eingesetzt. Diese elektronischen Trefferanzeigesysteme sehen aus wie weiße IPSC Targets auf einem rechteckigen, schwarzen Hintergrund und registrieren die Treffer über eine hochpräzise akustische Messung und übertragen die Ergebnisse unmittelbar per Funk an den Monitor des Range Officers. Das hat in der Match-Praxis gewaltige Vorteile:
• Keine Auswertungsverzögerungen: Das zeitaufwendige Anlaufen der Ziele über hunderte Meter entfällt komplett.
• Null Wiederaufbauzeiten: Es müssen keine Löcher abgeklebt werden; die Trefferaufnahme erfolgt in Echtzeit auf dem Touchscreen.
• Optimierter Matchfluss: Aufwendige Weit-Distanz-Stages lassen sich mit maximaler Durchlaufgeschwindigkeit und ohne lange Wartezeiten betreiben.
Es schoss hier also immer Stand 9 links zuerst, die Treffer auf den geteilten IPSC Zielen rechts wurden elektronisch gescort und vom Schützen abgenommen, dann zurückgesetzt und schon konnte Stage 10 in der Mitte geschossen werden (die beiden 70m-Stahlplatten links auf der Stage 9 waren, wie alle anderen auf dem Match verwendeten Stahlziele auch, selbst wiederaufstellend). Auf Stage 10 erfolgte dann wieder das gleiche Prozedere mit den elektronischen Zielen und schon konnte die Stage 11 rechts davon begonnen werden. So ging es auf diesen Ständen reihum und Schütze um Schütze der jeweiligen Squads konnte seinen Durchgang absolvieren. Diese besondere Scoring-Methode sorgte für einen zügigen und flüssigen Matchablauf ohne große Wartezeiten auf den geteilten Ständen! Selbst als einmal eines der Ziele auf 100m bei meiner Stage 5 auf der Motocross Bahn keine Treffer anzeigte, weil vom Schützen davor wohl ein Signalkabel zur Antenne abgeschossen wurde, musste die (ansonsten hervorragend gelaufene) Stage nicht wiederholt werden („Reshoot“), sondern die Treffer blieben in der Elektronik der Scheibe selbst gespeichert und wurden umgehend nach Erneuerung des Kabels wieder an den Auswertemonitor übermittelt! Beneidenswerte Möglichkeiten!
Es kann eigentlich keine der Stages als die schönste oder herausforderndste Stage herausgestellt werden – jede der 12 Stages hatte ihren besonderen Reiz – sei es durch die jeweilige Naturkulisse oder den besonderen Aufbau. Die Stages im Einzelnen in einer kurzen Beschreibung:
Stage 1 „Sandtaket“ – die Sandgrube – ein 32 Schuss Long Course, befand sich auf einer kurzen, ca. 60m breiten Sandgrube auf einer Waldlichtung mit Berghang als Kugelfang dahinter. Entsprechend dem Namen, bestand der Boden aus sehr tiefem Sand. Hier galt es, zuerst von rechts oder links startend, jeweils 2 Minitargets auf 50m Distanz im 80 Grad Winkel in späterer Laufrichtung durch ein tiefes Fenster zu beschießen und dann durch den tiefen Sand laufend 12 weitere IPSC Ziele im Galopp quer zur Laufrichtung im Vorbeilaufen zu schießen. Für deutsche Schützen absolut ungewohnt und dementsprechend schwierig. Wo Norweger – wie international üblich – aus vollem Lauf schnellste Doubletten und Tripletten (oder mehr) abfeuerten, musste ich viel „Gas herausnehmen“, um die Ziele aus dem laufen sicher zu treffen.
Stage 2 – „Skogsveien“ – der Waldweg – befand sich etwas höher im Gelände, seitlich zur Straße am Hang. Man musste zuerst ca. 150m auf tiefem Boden den Hang hinaufsteigen um dann dort einen noch steileren Waldweg vorzufinden, auf dem man auf dem sehr nassen und tiefen Waldboden ca. 20m steil den Berg hinauflaufen musste – dabei wurde zuerst eine Scheibe durch ein Fenster in ca. 40m Entfernung oben auf dem Hang und dann 4 weitere Scheiben auf kürzester Distanz rechts und links vom Weg seitlich zwischen den Bäumen im Wald beschossen. Auch hier wieder schnellstes running-and-gunning, körperlich zudem sehr herausfordernd!
Stage 3 – Krossbahnen 1 – eine kleine 10 Schuss Stage in Option 3 (ungeladene Waffe beim Start) bei der 5 Minitargets auf ca. 50m-60m quer im Motocross-Bahn-Gelände verteilt durch zwei Öffnungen (tief und sehr tief) beschossen werden mussten.
Stage 4 – Krossbahnen 2 – hier waren 14 IPSC Targets zu beschießen – zwei davon waren schnelle Pendelscheiben, einmal ganz rechts und einmal ganz links auf der Stage, ausgelöst durch Trittplatten. Vier Kongsberg Scheiben auf ca. 150m waren von einer Paletten Plattform mittig links, drei weitere Kongsberg Ziele auf ca. 90m von der gleichen Plattform mittig rechts zu beschießen. Die restlichen Ziele standen auf kurzer Distanz jeweils bei den beweglichen Scheiben rechts und links. Hier waren zum einen die seitlichen Sicherheitswinkel besonders eng (wegen der beiden anderen Stages auf der Motocross Bahn in unmittelbarer Nähe) und zum anderen musste man sorgfältig den Ablauf über die bewegten Ziele, deren Auslöser und die Paletten Plattform wählen.
Stage 5 – Krossbahnen 3 – ein Medium Course bestehend aus zwei Kongsberg Targets auf ca. 200m – zu beschießend von einem „Roof-Top“- Dachaufbau, drei 30cm Plates auf ca. 160m und vier weiteren Kongsberg IPSC Targets auf ca. 100m, die seitlich vom Dach von einer Paletten Plattform zu beschießen waren. Auch hier wieder, ein für deutsche Schützen durch das Waffengesetz und seinen Einschränkungen bedingt, absolut ungewohntes Hindernis. Wie schießt man am besten von diesem stilisierten Dach aus, den Berghang hinauf? Welches Magazin wählt man – ein Dreißiger? Mag vielleicht zu lang sein und am Dach aufstehen und damit den Schuss-Winkel nach oben begrenzen? Wo stellt man das Zweibein auf und wie lange zieht man es aus? Und und und…. Am Ende bewährte sich die gewählte Lösung mit kürzerem Zwanziger Magazin mit 4-Schuss Extension (als Sicherheits-Reserve) und dem lang ausgezogenen Zweibein auf der vorderen Rail, das auf dem abfallenden, kurzen vorderen Teil des Daches aufgesetzt wurde. Das Magazin bot gerade genug Raum und setze nicht auf und die Ellbogen konnten im liegenden Anschlag noch Dachkontakt halten, um so eine stabile Schussposition für die 200m Papier und 160m Stahlziele zu bieten.
Stage 6 – Steinbruddet 1 – ein Short Course in einem kleinen Steinbruch. Start war sitzend an einem echten Lagerfeuer, ein Stück Feuerholz in der Hand. Die Waffe lag ungeladen in einem kleinen Zweibein-Kreuz, das zu verwendende Magazin auf dem Rucksack daneben. Echte Lagerfeuer-Idylle in der norwegischen Natur! Nach dem Signal waren dann 5 Scheiben in ca. 18-20m Entfernung zu beschießen (hier fand sich dann auch die einzige No-Shoot-Scheibe des gesamten Wettkampfes!)
Stage 7 – Steinbrudet 2 – ein weiterer Speedshot Short Course. Stehend auf einer Palette wurde durch eine Trittplatte eine schnelle up-and-down Scheibe in der Mitte von vier weiteren IPSC Scheiben ausgelöst. Die Überlegung war, wann die Platte ausgelöst und wann dann die up-and-down Scheibe beschossen wurde. Ich entschied mich für die sichere Variante von sofort auslösen und up-and-down schießen, dann rechts und danach dann die linken Scheiben. 3. Platz auf der Stage, 4,32 Sekunden und lediglich ein C. Der Gewinner der Stage dagegen löste aus, schoss von links nach rechts in einem Fluss zuerst noch die rechten beiden Scheiben, dann die bewegte Scheibe in der Abwärtsbewegung und zum Schluss die beiden stehenden Scheiben links. Volles Risiko, belohnt mit nur 3.18 Sekunden und 3 C…Hitfaktor 13,8(!) und somit am Ende 20% Vorsprung auf Platz 2. und 3. – Dass diese risikoreiche Lösung bei anderen Schützen aber nicht immer aufging, versteht sich von selbst. Der Viertplatzierte auf dieser Übung schoss auch den risikoreichen Weg und war eine volle Sekunde schneller als ich. Spektakulär anzusehen, aber dafür viele C- und D-Treffer und dementsprechend weniger Punkte, resultierend in einem etwas schlechterem Hitfaktor (11,1 zu 10,8). Wie immer, galt auch hier, die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und Punkte zu sammeln!
Stage 8 – Steinbrudet 3 – eine reine Stahl-Stage – 10 Stahlplatten waren im Steinbruch auf Distanzen von 70-100m verteilt. Die jeweils ganz rechte und die ganz linke Platte mussten dabei jeweils aus der entgegengesetzten Ecke kross entweder stehend oder vom langen Zweibein aus kniend beschossen werden (liegen waren sie durch das unebene Terrain und den Bewuchs nicht zu sehen), der Rest konnte entweder von einer Auflage aus aufgelegt oder im liegenden Anschlag aus einer Position beschossen werden. Ich musste als erster Schütze der Squad starten und wählte hier die sichere Variante in Form vom langen Zweibein und den knienden Anschlag von zwei Positionen aus. Eine zu langsame Variante, wie sich später zeigte. Die Platten rechts und links stehend frei, jeweils aus der anderen Ecke und den Rest liegend aus einer mittleren Position, war die deutlich schnellere Option.
Stage 9 – Skytebahnen Felt – Schiessbahn freies Feld – Schiessposition war eine Palette, Ziele 3 Kongsberg Ziele auf 90m, zwei Plates auf ca. 60m etwa 40 Grad links davon. Unmittelbar links daneben der Pfosten mit der Markierung für den Sicherheitswinkel. Die Frage war hier stehend frei, vom langen Zweibein oder sitzend auf dem Knie angeschlagen zu schießen. Nach dem verpatzten Versuch mit dem langen Zweibein auf der Stage davor, entschied ich mich dieses Mal für stehend Frei – die beste Wahl, wie sich zeigte. Lagen doch ca. drei Sekunden zwischen den schnellsten vom Zweibein (ca. 11 Sekunden) und den stehend frei schießenden (schnellster 8,09 Sekunden).
Stage 10 – Skytebahnen 100m – aus einer Tür des Häuschens der 100m Bahn mussten die drei Kongsberg Ziele links und zwei Kongsberg Ziele auf der 300m Bahn rechts in ca. 160m Distanz beschossen werden, Start war stehend, Geschossen wurde fast ausnahmslos liegend vom Zweibein. Herausforderung war der weite Schwenk im Liegen zwischen den Zielen weit links und den 160m Targets leicht rechts von der Öffnung.
Stage 11 – Skytebahnen 300m – von zwei Positionen aus (eine schmale Schießscharte in ca. 60cm Höhe und eine Tür der 300m Bahn) mussten die zwei mit Stand 10 geteilten Kongsberg Targets und fünf Standard-IPSC Papierziele und drei Stahlplatten auf 290m – 300m Entfernung beschossen werden. Hier konnte man Glück und Pech mit dem Wind und dem Wetter haben. Teilweise böige Winde und ab und zu ein Regenschauer sorgten hier für ungleiche Verhältnisse – eben echtes IPSC Outdoor Shooting.
Stage 12 – Sammfunnshuset – sicherlich eine der optisch spektakulärsten Stages – Ein bewaldeter, steiler Berghang, davor typische norwegische, nasse und tiefe alpine Tundra. Auf dem Berghang verteilt 9 Steel Plates und eine IPSC Scheibe, zu beschießend von einer Art Hochsitz / Plattform aus Paletten gebaut. Eine der Platten (ca. 80m Entfernung) und die IPSC Scheibe (ca. 10m Entfernung) mussten stehend freihändig beschossen werden, der Rest konnte liegend von der Plattform beschossen werden. Beim Schießen auf die Scheibe vor der Plattform schossen Wasser-Schlammfontänen mehrere Meter hoch in den Himmel! Spektakulär!
Betrachtet man die Ergebnisse der Rifle Rampage 2026, offenbart sich das aus internationalen Rifle Matches gewohnte Bild: Die vorderen Plätze in Semi Auto Open (SAO) und Semi Auto Standard (SAS) wurden weitgehend von Schützen aus Norwegen und Finnland dominiert. Umso erfreulicher war es aber, dass sich mit Tim Schuhmacher in SAS und dem Autor in SAO zwei Schützen aus Deutschland auf die vorderen Plätze schießen konnte. Tim schaffte gegen starke Konkurrenz einen hervorragenden zweiten Platz Overall und der Autor wurde 7. Overall und Sieger in der Seniors Category. Hervorzuheben ist aber die absolute Dominanz, mit der Eirik Johannes Larsen aus Norwegen das Match in SAO gewann – 20% Vorsprung sind eine Welt für sich. Ich hatte das Vergnügen, das Match mit Eirik und den Schützen des „HK-Team Norway“ in einer Squad zu schießen – Es war eine Freude, Eirik auf den 12 Stages zuzuschauen – Präzise, schnell, überlegt und immer mit der richtigen Taktik „on point“.
Diese Dominanz ist kein Zufall, sondern das Resultat hervorragender Trainingsmöglichkeiten auf heimischen Freiluft-Großkaliberständen. Während der deutsche IPSC-Rifle-Schütze durch gesetzliche Restriktionen (wie die Magazinbegrenzung auf 10 Patronen und das Verbot des Schießens aus der Bewegung) stark darauf konditioniert ist, strikt nach dem Muster „Laufen – Stoppen – Zielen – Schießen“ möglichst ohne Extraschuss zu agieren, sieht man die skandinavischen Topschützen nahe Ziele regelrecht im dynamischen Vorbeilaufen in voller Geschwindigkeit mit schnellen Schussfolgen belegen. Das spart Zeit und erfordert eine enorme Waffenbeherrschung.
Insgesamt muss man festhalten, dass der ganze Matchablauf erfreulich entspannt verlief. Nichts konnte die Organisatoren und Helfer aus der Ruhe bringen. Das Match war top organisiert und in den Mittagspausen gab es viele verschiedene warme und kalte Gerichte im Clubhaus auf der Motocross Bahn. Auch sehr erfreulich war die große Zahl an Schützen, die zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag in diesem Clubhaus blieben – nicht selbstverständlich bei teilweise langen Reisewegen. Vielleicht auch dem umfangreichen Gabentisch für die Erstplatzierten und dem Hauptpreis bei der anschließenden Verlosung zuzuschreiben, trotzdem aber erfreulich und erwähnenswert. Das Matchformat in Form eines zwei-Tage Matches, bei dem alle Schützen samstags 8 und Sonntag vormittags 4 Stages schossen, trug sicher auch dazu bei.
Die Rifle Rampage 2026 war ein herausragendes IPSC-Event und die aufwändige Anreise absolut wert. Den Organisatoren aus Agdenes und Hemne ist es gelungen, trotz oder gerade wegen des anspruchsvollen Geländes ein reibungsloses, extrem anspruchsvolles und vor allem sicheres Level-III-Match auf die Beine zu stellen!
Videos vom Match findet Ihr auf meinem Instagram Profil! Über ein Follow würde ich mich sehr freuen!